Ein Comeback mit Geschichte

Der Rote Veltliner war einmal die vorherrschende Rebsorte am Wagram. Zwischenzeitlich ist er aber dem Grünen Veltliner (welcher übrigens – trotz Namensähnlichkeit – nicht allzu viel mit ihm zu tun hat) sowie anderen populären Sorten gewichen. Aber er findet seinen Weg zurück …

Als schwerer anbaubar und weniger ertragreich, sollte der Rote Veltliner also lange Zeit beinahe von der Bildfläche verschwinden, oder bestenfalls noch als Kreuzungspartner für Nachfahren wie den Neuburger, Zierfandler oder Rotgipfler herhalten. Einige wenige Winzer aber, unter ihnen das Weingut Mehofer aus Neudegg, haben ihn weiterhin angebaut. Und nicht nur, dass sie diese tolle Sorte weiter kultiviert haben, gehören sie doch – zumindest in der Region Wagram – auch in anderer Hinsicht zu den absoluten Vorreitern und können, und hier kämen wir zum Anlass dieses Artikels, bereits auf 25 Jahre Bio-Weinbau zurückblicken. Dieses Jubiläum veranlasste nämlich die Geschwister Judith und Stephan Mehofer dazu, in die Hundertwasser Dachwohnung des Kunst Haus Wien zu laden, um ein paar besondere, teils lang gereifte Schätze (allesamt Rote Veltliner) aus ihrem Privatkeller zu verkosten.

Da erwarteten uns zunächst der herrlich-spritzige 2018-er Rote Veltliner Wagram Klassik als gelungener Entrée, um dann in vier Flights à drei Weinen tief in die Welt der RVs einzutauchen. Es ist schon faszinierend, was das Alter mit solch tadellos ausgebauten Weißweinen zu machen vermag. Bei solch großartiger Entwicklung braucht sich der Wagram vor den »großen Regionen« des Landes keineswegs verstecken. Nun trinkt man inzwischen auch hierzulande, zumindest den Rotwein gern einmal gut gereift, dennoch ist dies oftmals bei Weißweinen noch nicht sehr populär. Auch das Weingut Mehofer hat nur die aktuellsten Jahrgänge im Verkauf, und überlässt die Entscheidung über Lagerung oder baldigen Genuss damit dem Käufer, dennoch hat der Termin im Hundertwasser-Dachgärtchen an diesem heissen Wiener Montagabend in uns den Wunsch genährt, in Zukunft noch öfter auf gereifte Weißweine zu treffen. Hier wurden uns Spätlesen von 1997, 1994er Selectionen vom Ried Wadenthal und andere Regions-, Orts- und Lagenweine bis zurück ins Jahr 1990 kredenzt. War meine Trefferquote bei der »kleinen Blindverkostung« doch eher überschaubar, haben die Weine selbst ganz gehörig viel Spaß gemacht. Nachdem uns der großartige Walter Leidenfrost (Schneiderei Leithaprodersdorf) noch ein wenig X.O. Roastbeef von der alten Milchkuh sowie herrlich auf den Punkt gereifte Käse vom Büffel- und Ziegenkäse-Großmeister Robert Paget reichte, konnte dieser Abend nur mehr durch ein paar anregende Gespräche im Abendrot perfektioniert werden.

Kontakt:

WEINGUT MEHOFER
NEUDEGGERHOF
3471 Neudegg 14
Tel.: 0043 2279 72 47 | Fax.: -4
Öffnungszeiten und AbHof-Verkauf: MO-FR 8-13 Uhr oder nach Vereinbarung

 

[Disclaimer/Werbung: Dieser Artikel entstand im Rahmen der Einladung durch das Weingut Mehofer]

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