Mostviertler Fizz

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Das Mostviertel bietet im April zur Zeit der Birnenblüte ein Naturerlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Bei einem Wochenendausflug mit Kaiserwetter konnten wir die Landschaft in ihrer vollen Pracht genießen und gleichzeitig erfahren, warum es dort so viele Birnenbäume, um die 30 Barone und sogar einen Weltmeister gibt. Letztgenannter hat uns zum Mostviertler Fizz inspiriert.

Zuerst aber zu den Birnenbäumen. Unter Kaiserin Maria Theresia wurde der Anbau der Bäume stark gefördert. Jeder Bauer wurde mit reichlich Silbermünzen entlohnt, wodurch die Zahl der Bäume im Mostviertel auf über eine Million stieg. Vor allem während der Industrialisierung und in der Zwischenkriegszeit war der daraus gewonnene Birnenmost ein beliebtes Getränk der Arbeiterklasse. Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit Einführung von Limonaden und Co. erfuhr der Most und somit auch die Anzahl der Birnenbäume einen starken Rückgang. Heute zählt man im Mostviertel ca. 300.000 Bäume mit mehr als 30 verschiedenen Sorten.

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Dem Erhalt und der Fortführung dieses Kulturgutes hat sich eine ganz besondere Gruppe verschrieben: Die Mostbarone. Unter den derzeit 32 Experten finden sich großteils Mostbauern, aber auch Gastronomen, Hoteliers und Edelbrenner, die geloben, die Mostkultur in ihrer Heimat zu pflegen und zu fördern. Beeindruckend finden wir das gemeinschaftliche Agieren dieser Zusammenkunft: Die Linie für Neukonzeptionen, Vermarktung, Werbung, etc. wird jährlich in großer Runde beschlossen. Die neueste Kreation sind drei Gourmetmoste mit den klingenden Namen „Brous“ (ein alter Mostviertler Dialektausdruck für die „Knospe“), „Preh“ (der „Stolz“) und „Exibatur“ (der „Pflug“). Dabei handelt es sich um Cuvées, die aus mindestens zwei bis maximal vier Mostbirnensorten zusammengesetzt sind. Selbst der kräftigste „Preh“, der an einen jungen spritzigen Grünen Veltliner erinnert, ist mit nur 7,2% vol. alc. noch eher leicht und somit ein perfekter Drink für die Terrasse im Hochsommer. Dass die drei Moste auch als Speisenbegleitung funktionieren und mit ihnen hervorragend gekocht werden kann, könnt ihr bei complimenttothechef.com nachlesen.

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In der Mostelleria – geführt von den beiden Mostbaronen Doris Hausberger und Josef Farthofer – geht man sogar noch einen Schritt weiter und verarbeitet den Most zu Mostello. Dies ist ein Bio-Birnendessertwein, bestehend aus Birnenmost und Birnenschnaps, der im Portweinverfahren hergestellt wird und vier Jahre im Barriquefass reift. Ein Jahr davon sogar unter freiem Himmel, was dem Dessertwein eine noch spannendere Geschmacksvielfalt verleiht. Abgefüllt wird der Mostello in einer süßen und einer trockenen Version, wobei die süße den klassischen Dessertwein darstellt und trotz hohem Zuckeranteil gekonnt mit der Säure aus der Birnenfrucht ausbalanciert ist. Der trockene Mostello hingegen gleicht einem Portwein mit Aromen von Trockenbeeren und einer feinen holzigen Note, die jedoch nicht das Ausgangsprodukt – die Mostbirne – übervorteilt.

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Neben einer Vielzahl an Obstbränden finden sich in der Destillerie sogar ein Rum, ein Gin und ein Wodka. Hervorzuheben ist hierbei vor allem der weiche, im Geschmack sehr klare O-Vodka, der 2012 zum weltweit besten Wodka (IWSC) gekürt wurde. Aber auch der O-Gin wurde bereits prämiert und findet sich derzeit sogar auf Platz 1 bei einem Gin-Tasting im aktuellen Mixology-Magazin. Klar, dass wir diesen einpacken und sogleich in einer neuen Kreation verarbeiten mussten. Inspiration für die Zugabe von Koriander kommt dabei vom Gin selbst, bei dem das Kraut neben Lavendel und Orangenschalen zu den verwendeten Botanicals zählt. Der Most verleiht dem spritzigen Fizz eine zusätzliche Fruchtnote.

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Zutaten für 1 Drink:

4 cl O-Gin (Fa. Farthofer)
1,5 cl Zitronensaft (frisch gepresst)
1,5 cl Zuckersirup
4 cl Birnenmost (z.B. von der Stieglbirne)
3 Ingwerscheiben à ca. 2 cm Durchmesser
6 Korianderblätter
Soda
Eiswürfel

Zitronensaft, Zuckersirup, Ingwer und Koriander in einem Longdrinkglas muddeln. Gin und Birnenmost zugeben, das Glas mit Eiswürfel auffüllen und mit einem Barlöffel kräftig umrühren. Mit Soda aufgießen und mit Birnenscheiben garnieren.

Disclaimer: Der Ausflug ins Mostviertel erfolgte auf Einladung des Mostviertel Tourismus.

One thought on “Mostviertler Fizz

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